Was der Blacklist-Check prüft
DNS-Blacklists (DNSBL, oft auch RBL genannt) sind Sperrlisten, deren Betreiber IP-Adressen oder Domains mit auffälligem Versandverhalten sammeln und über das DNS abfragbar machen. Mailserver und Spamfilter fragen beim Empfang einer Nachricht ab, ob die einliefernde IP oder eine Domain aus der Mail gelistet ist, und lehnen die Nachricht dann ab oder bewerten sie strenger. Technisch ist das eine gewöhnliche DNS-Abfrage: Die IP wird in umgekehrter Reihenfolge vor den Namen der Liste gesetzt.
Abfrage: 10.2.0.192.zen.spamhaus.org (für die IP 192.0.2.10)
Antwort: 127.0.0.x = gelistet
Antwort: NXDOMAIN = nicht gelistet Sie geben eine IPv4-Adresse oder eine Domain ein. Ein Server-Endpunkt auf mehr-b2b-neukunden.de fragt die IP gegen zehn Listen ab: Spamhaus ZEN, SpamCop, Barracuda, PSBL, UCEPROTECT Level 1, GBUdb Truncate, s5h, Anonmails, SPFBL und 0spam. Bei einer Domain löst das Tool zuerst den A-Record auf, prüft dessen IP und testet die Domain zusätzlich gegen die Domain-Listen Spamhaus DBL und URIBL. Das Tool erlaubt 20 Abfragen pro 10 Minuten.
Beachten Sie: Der A-Record einer Domain zeigt meist auf den Webserver, nicht auf den Server, der Ihre Mails verschickt. Die tatsächliche Versand-IP finden Sie im Header einer gesendeten Mail, in der Received-Zeile Ihres Postausgangsservers. Die Adressen Ihrer empfangenden Mailserver liefert der MX-Check.
IP-Listen und Domain-Listen
IP-Listen bewerten den Server, der eine Mail einliefert. Domain-Listen bewerten Domains, die als Absender oder als Link im Inhalt einer Nachricht auftauchen. Spamhaus DBL führt Domains mit schlechter Reputation, URIBL konzentriert sich auf Domains, die in Spam-Mails verlinkt sind. Der Unterschied hat praktische Folgen: Ein IP-Listing hängt am Versandserver, ein Domain-Listing begleitet Sie dagegen zu jedem Anbieter. Und eine gelistete Domain in einem Link kann eine Mail ausbremsen, obwohl die Versand-IP sauber ist.
Die geprüften Listen im Überblick
| Liste | Art | Hinweis zum Delisting |
|---|---|---|
| Spamhaus ZEN | IP | fasst mehrere Spamhaus-Listen zusammen, u. a. SBL, XBL und PBL; Entfernung über das Spamhaus-Portal |
| SpamCop | IP | Einträge laufen ohne neue Meldungen automatisch aus |
| Barracuda | IP | Entfernungsantrag über das Formular von Barracuda |
| PSBL | IP | Selbstentfernung über die Website der Liste |
| UCEPROTECT Level 1 | IP | verfällt automatisch, wenn keine neuen Treffer eingehen |
| GBUdb Truncate, s5h, Anonmails, SPFBL, 0spam | IP | über die Seite des jeweiligen Betreibers, im Ergebnis verlinkt |
| Spamhaus DBL | Domain | Entfernung über das Spamhaus-Portal |
| URIBL | Domain | Delisting-Formular von URIBL |
Eine Besonderheit ist die Spamhaus PBL. Sie enthält Adressbereiche, aus denen laut Netzbetreiber keine Mails direkt an fremde Server gehen sollen, etwa dynamische Endkundenanschlüsse. Ein PBL-Eintrag ist also kein Spamvorwurf, sondern ein Hinweis, über den Mailserver des Providers zu versenden.
So lesen Sie das Ergebnis
Für jede Liste zeigt das Tool einen von drei Zuständen:
- Gelistet (Fehler): Die IP oder Domain steht auf der Liste. Ein Link führt direkt zur Delisting-Seite des Betreibers.
- Nicht gelistet (ok): Die Liste kennt keinen Eintrag.
- Nicht prüfbar (neutral): Die Liste hat die Abfrage nicht beantwortet. Spamhaus etwa lehnt Anfragen ab, die über große öffentliche Resolver kommen. Das ist ausdrücklich kein Listing. Wiederholen Sie die Prüfung später oder nutzen Sie das Prüfformular auf der Website der Liste.
Die Listen haben unterschiedliches Gewicht. Spamhaus wird von vielen Mailservern und Filterlösungen abgefragt, kleinere Listen nur von wenigen Systemen. Ein einzelner Eintrag auf einer kleinen Liste ist deshalb kein Grund zur Panik, sollte aber Anlass sein, die Ursache zu suchen.
Warum IPs und Domains gelistet werden
- Versand an Spam-Traps, meist aus gekauften oder veralteten Adresslisten
- gehäufte Spam-Beschwerden von Empfängern
- gehackte Postfächer, kompromittierte Server oder missbrauchte Kontaktformulare, die Spam verschicken
- mit Schadsoftware infizierte Geräte, die über dieselbe öffentliche IP ins Internet gehen
- falsch konfigurierte Mailserver, die als offenes Relay fremde Mails weiterleiten
- Domains, die in Spam-Mails verlinkt oder für Phishing genutzt werden
Delisting: So kommen Sie wieder von einer Blacklist runter
- Ursache finden: Prüfen Sie Mailserver-Logs, Versandvolumen, Postfach-Zugänge und Webformulare. Bei Spamhaus nennt die Detailseite des Eintrags oft einen Anhaltspunkt.
- Ursache beheben: Passwörter ändern, Relay schließen, Schadsoftware entfernen, Adresslisten bereinigen und den Versand bis dahin pausieren.
- Delisting beantragen: Nutzen Sie das Formular der jeweiligen Liste, verlinkt im Ergebnis. Ohne behobene Ursache folgt das nächste Listing meist schnell. SpamCop und UCEPROTECT Level 1 entfernen Einträge automatisch, die kostenpflichtige Express-Löschung von UCEPROTECT ist dafür nicht nötig.
- Erneut prüfen: Resolver speichern DNS-Antworten zwischen. Ein Eintrag kann daher noch kurze Zeit sichtbar sein, nachdem die Liste ihn entfernt hat.
Shared-IPs bei Versanddiensten
Newsletter-Dienste, Outreach-Tools mit eigenem SMTP sowie Google Workspace und Microsoft 365 versenden über IP-Adressen, die sich viele Kunden teilen. Verschickt ein anderer Kunde Spam, kann die gemeinsame IP auf einer Liste landen. Ein Delisting können Sie in diesem Fall nicht selbst beantragen, das ist Aufgabe des Anbieters. Melden Sie den Befund dem Support. Für Ihre Zustellbarkeit zählt bei geteilten IPs vor allem die Reputation Ihrer eigenen Domain. Dedizierte IPs lohnen sich erst bei gleichmäßig hohem Volumen, weil ihre Reputation dann allein von Ihrem Versand abhängt.
Blacklists im Cold E-Mail-Outreach vermeiden
Kaltakquise per E-Mail ist für Blacklist-Einträge besonders anfällig, weil Empfänger den Absender nicht kennen und Adresslisten selten perfekt sind. Diese Maßnahmen senken das Risiko und schützen Ihre Sender-Reputation:
- Separate Outreach-Domains: Ein Listing trifft dann die Versanddomain, nicht die Hauptdomain mit Rechnungen, Support und Bestandskunden.
- Warm-up: Neue Domains und Postfächer brauchen ein schrittweises E-Mail-Warmup, bevor Kampagnen starten.
- Moderates Volumen: Verteilen Sie den Versand auf mehrere Postfächer und steigern Sie Mengen langsam.
- Adressen verifizieren: Eine niedrige Bounce-Rate zeigt saubere Listen. Viele Hard Bounces deuten auf veraltete Daten hin, in denen sich auch Spam-Traps verbergen können.
- Eigene Tracking-Domain: Domain-Listen werten Links im Mailinhalt aus. Eine eigene Tracking-Domain koppelt Sie von der Reputation gemeinsam genutzter Tracking-Domains anderer Kunden ab.
- Einfacher Opt-out: Wer sich unkompliziert abmelden kann, klickt seltener auf „Spam“.
Nächste Schritte
- Ermitteln Sie mit dem MX-Check die IP-Adressen Ihrer Mailserver.
- Prüfen Sie mit dem SPF-Check, ob nur autorisierte Server für Ihre Domain senden dürfen.
- Testen Sie mit dem DKIM-Check die Signatur Ihrer Mails.
- Kontrollieren Sie mit dem DMARC-Check, ob eine Policy Ihre Domain vor Missbrauch schützt.
Häufige Fragen
Wie komme ich von einer Blacklist wieder runter?
Zuerst müssen Sie die Ursache finden und beheben, etwa ein gehacktes Postfach, ein missbrauchtes Kontaktformular oder eine veraltete Adressliste. Danach beantragen Sie die Entfernung über das Delisting-Formular der jeweiligen Liste, das der Blacklist-Check verlinkt. Einige Listen wie SpamCop oder UCEPROTECT Level 1 löschen Einträge automatisch, sobald keine neuen Treffer mehr auftreten. Ohne behobene Ursache folgt meist ein erneutes Listing.
Was ist eine DNS-Blacklist (DNSBL)?
Eine DNS-Blacklist ist eine Sperrliste für IP-Adressen oder Domains, die über das DNS abgefragt wird. Mailserver prüfen beim Empfang, ob die einliefernde IP oder eine Domain aus der Nachricht auf einer solchen Liste steht, und lehnen die Mail dann ab oder stufen sie als Spam ein. Bekannte Listen sind etwa Spamhaus ZEN, SpamCop, Barracuda und die Domain-Listen Spamhaus DBL und URIBL.
Warum steht meine IP auf einer Blacklist, obwohl ich keinen Spam versende?
Häufige Gründe sind gehackte Postfächer, missbrauchte Webformulare oder Geräte mit Schadsoftware, die über dieselbe öffentliche IP ins Internet gehen. Bei Versanddiensten und Cloud-Postfächern teilen sich viele Kunden eine IP, sodass das Verhalten anderer Absender zum Listing führen kann. Einträge in der Spamhaus PBL betreffen zudem ganze Adressbereiche, aus denen laut Netzbetreiber nicht direkt versendet werden soll.
Was bedeutet nicht prüfbar im Blacklist-Check?
Nicht prüfbar heißt, dass die jeweilige Liste die Abfrage nicht beantwortet hat. Das ist kein Listing. Spamhaus beispielsweise lehnt Anfragen ab, die über große öffentliche DNS-Resolver eingehen. Auch Ausfälle oder Abfragelimits des Listenbetreibers können der Grund sein. Wiederholen Sie die Prüfung später oder nutzen Sie das Prüfformular direkt auf der Website der betreffenden Liste.
Wie verhindere ich ein Blacklist-Listing bei Cold E-Mails?
Versenden Sie Kaltakquise-Mails über separate Outreach-Domains, damit Ihre Hauptdomain geschützt bleibt. Wärmen Sie neue Postfächer schrittweise auf, halten Sie das Volumen pro Postfach moderat und verifizieren Sie Adressen vor dem Versand, um die Bounce-Rate niedrig zu halten. Verzichten Sie auf gekaufte Listen, weil sie Spam-Traps enthalten können, und bieten Sie eine einfache Abmeldemöglichkeit an.