Mit einem Google Maps Scraper erstellen Sie in kurzer Zeit regionale Firmenlisten mit Name, Kategorie, Adresse, Telefonnummer, Website und Bewertungen. Am verbreitetsten ist dafür der Google Maps Scraper auf der Plattform Apify, der ohne Programmierung auskommt und die Ergebnisse als CSV oder Excel liefert. Diese Anleitung zeigt den Weg von der Suchplanung über den Lauf bis zur bereinigten, nach ICP qualifizierten Leadliste und erklärt, was Sie mit den Daten rechtlich tun dürfen.
Was der Google Maps Scraper liefert
Der Actor mit der Kennung compass/crawler-google-places durchsucht Google Maps wie ein Nutzer, nur systematisch und in großem Umfang. Für jeden gefundenen Ort entsteht ein Datensatz mit dutzenden Feldern. Für B2B-Leadlisten sind vor allem diese relevant:
| Feld im Export | Inhalt | Nutzen im Vertrieb |
|---|---|---|
| title | Name des Unternehmens | Firmenname für CRM und Ansprache |
| categoryName | Hauptkategorie in Google Maps | Erster Filter auf Branche und ICP |
| street, postalCode, city | Adresse in Einzelfeldern | Gebietsplanung, Postversand, Dublettenabgleich |
| phone, phoneUnformatted | Telefonnummer formatiert und roh | Telefonische Qualifizierung |
| website | Website des Unternehmens | Schlüssel für Anreicherung und Dublettencheck |
| totalScore, reviewsCount | Durchschnittsbewertung und Anzahl | Hinweis auf Sichtbarkeit und Aktivität |
| placeId, url | Eindeutige Kennung und Maps-Link | Stabiler Schlüssel für Dubletten |
| permanentlyClosed | Kennzeichen für dauerhaft geschlossen | Tote Einträge aussortieren |
Optional ergänzt der Actor kostenpflichtige Zusatzdaten, etwa Kontaktangaben von der Website, Social-Media-Profile, Bewertungen oder Bilder. Für eine erste Leadliste brauchen Sie davon meist nichts.
Was der Scraper nicht liefert
Google Maps kennt keine Mitarbeiterzahlen, keine Umsätze und in der Regel keine Namen von Entscheidern. Die Daten sind außerdem nur so aktuell, wie die Betriebe ihre Einträge pflegen. Umgezogene Firmen, veraltete Telefonnummern oder fehlende Websites kommen vor, gerade bei kleinen Betrieben. Betrachten Sie das Ergebnis deshalb als Rohliste, die Sie im nächsten Schritt prüfen und ergänzen, nicht als fertige Datenbank.
Schritt 1: Suchbegriffe und Orte planen
Die Qualität der Liste entscheidet sich vor dem ersten Klick. Übersetzen Sie Ihr Zielkundenprofil in Suchbegriffe, so wie Unternehmen sich selbst in Google Maps einordnen. Ein Anbieter für Fertigungssoftware sucht nicht nach Industrie, sondern nach Metallbau, CNC-Fertigung, Lohnfertigung oder Maschinenbau. Wer sein Profil noch nicht scharf hat, beginnt mit dem Ratgeber Ideal Customer Profile erstellen.
Drei Regeln helfen bei der Planung:
- Mehrere Begriffe pro Lauf: Synonyme und Unterkategorien erhöhen die Abdeckung, Dubletten entfernen Sie später.
- Ein Ort pro Lauf: Laut Actor-Dokumentation unterstützt ein Run nur eine Ortsangabe. Für mehrere Städte starten Sie mehrere Läufe oder Tasks.
- Passende Granularität: In Großstädten liefern Stadtteile oder Postleitzahlen vollständigere Ergebnisse als die ganze Stadt, in ländlichen Regionen genügt oft der Landkreis.
Eine einfache Planungstabelle reicht völlig. Sie kann später auch einen automatischen Workflow steuern:
| Suchbegriffe | Ort | Max. Treffer je Begriff | Status |
|---|---|---|---|
| Metallbau, Stahlbau, Schlosserei | Reutlingen, Deutschland | 50 | erledigt |
| Metallbau, Stahlbau, Schlosserei | Tübingen, Deutschland | 50 | offen |
| CNC-Fertigung, Lohnfertigung | 72764 Reutlingen | 30 | offen |
Testen Sie vor einem größeren Rollout zwei oder drei Begriffe in Google Maps von Hand. So sehen Sie schnell, welche Kategorie-Bezeichnungen die Betriebe tatsächlich verwenden und welche Begriffe nur Händler oder Privatanbieter liefern.
Schritt 2: Lauf konfigurieren
Wenn Sie Apify noch nicht kennen, lesen Sie zuerst die Apify-Anleitung. Danach gehen Sie so vor:
- Öffnen Sie den Google Maps Scraper im Apify Store und klicken Sie auf Start.
- Tragen Sie Ihre Suchbegriffe ein und geben Sie den Ort als Freitext an, etwa Reutlingen, Deutschland.
- Begrenzen Sie die Zahl der Orte pro Suchbegriff. Für den ersten Test genügen 30 bis 50.
- Stellen Sie die Sprache auf Deutsch, damit Kategorien und Adressen deutsch ausgegeben werden.
- Lassen Sie Bewertungen, Bilder und Zusatzdetails ausgeschaltet, solange Sie sie nicht brauchen.
- Setzen Sie in den Run-Optionen ein Kostenlimit und starten Sie den Lauf.
In der JSON-Ansicht sieht eine schlanke Konfiguration so aus:
{
"searchStringsArray": ["Metallbau", "Stahlbau", "Schlosserei"],
"locationQuery": "Reutlingen, Deutschland",
"maxCrawledPlacesPerSearch": 50,
"language": "de",
"maxReviews": 0,
"maxImages": 0,
"scrapeReviewsPersonalData": false
}
Ein Detail mit Kostenfolge: Laut Preismodell wird jeder aktivierte Filter, etwa Mindestbewertung, Kategorie oder nur Orte mit Website, pro gefundenem Ort zusätzlich berechnet. Häufig ist es günstiger, ohne Filter zu scrapen und anschließend in der Tabelle zu filtern. Die Option für personenbezogene Daten von Rezensenten sollten Sie ausschalten, sofern Sie Bewertungen überhaupt abrufen. Das spart Aufwand bei der DSGVO.
Schritt 3: Export als CSV
Nach dem Lauf finden Sie die Ergebnisse im Reiter Output. Beim Export wählen Sie das Format und am besten nur die benötigten Felder. Per API rufen Sie dieselbe Auswahl so ab:
https://api.apify.com/v2/datasets/DATASET_ID/items?format=csv&clean=true&fields=title,categoryName,street,postalCode,city,phone,website,totalScore,reviewsCount,placeId,permanentlyClosed
Die CSV-Datei ist kommagetrennt und UTF-8-kodiert. In einer deutschen Excel-Version öffnen Sie sie am besten über den Import aus Text oder CSV, sonst landen alle Werte in einer Spalte und Umlaute werden falsch dargestellt. In Google Sheets klappt der Import direkt.
Schritt 4: Daten bereinigen
Rohdaten aus Google Maps sind nie sofort vertriebsfertig. Gehen Sie die Liste in dieser Reihenfolge durch:
- Geschlossene Betriebe entfernen. Alle Einträge mit dauerhaft geschlossen fliegen raus.
- Dubletten über die Place-ID löschen. Mehrere Suchbegriffe finden oft dieselben Orte.
- Dubletten über die Domain löschen. Unternehmen mit mehreren Standorten haben mehrere Einträge, aber eine Website.
- Telefonnummern vereinheitlichen. Ein einheitliches Format, etwa mit Ländervorwahl, erleichtert den Abgleich mit dem CRM.
- Kategorien prüfen. Google Maps ordnet nicht immer sauber zu. Entfernen Sie Händler, Privatpersonen oder Ketten, die nicht in Ihr Profil passen.
- Einträge ohne Website markieren. Ohne Domain fehlt der wichtigste Schlüssel für Anreicherung und Dublettenabgleich. Diese Betriebe qualifizieren Sie besser telefonisch oder sortieren sie aus.
Für den Dublettencheck über die Domain hilft in Google Sheets eine Hilfsspalte, die aus der Website-URL die reine Domain extrahiert:
=REGEXEXTRACT(E2;"^(?:https?://)?(?:www\.)?([^/:?#]+)")
Schritt 5: Anreichern
Eine bereinigte Firmenliste ist noch keine Leadliste. Es fehlen Ansprechpartner, Größenangaben und Anlässe. Typische Quellen für die Anreicherung sind das Impressum mit den Vertretungsberechtigten, die Team- und Karriereseiten sowie Stellenanzeigen. Wie Sie Kontaktdaten von Entscheidern finden und prüfen, beschreibt der Ratgeber E-Mail-Adressen finden. Den Begriff und die Methoden der Datenanreicherung erklärt das Glossar zu Data Enrichment.
Wenn Sie diese Schritte regelmäßig wiederholen, lohnt sich die Automatisierung. Der n8n-Workflow zur Leadliste startet den Scraper, bereinigt die Daten, prüft E-Mail-Adressen und schreibt das Ergebnis direkt ins CRM.
Schritt 6: Nach ICP qualifizieren
Nicht jeder Treffer verdient einen Anruf. Vergeben Sie vor der Ansprache einfache Punkte, zum Beispiel für die passende Kategorie, eine professionelle Website, das richtige Gebiet und erkennbare Aktivität wie aktuelle Bewertungen oder offene Stellen. Die Anzahl der Bewertungen ist dabei nur ein grober Hinweis auf Größe und Sichtbarkeit, kein verlässliches Maß für Umsatz oder Mitarbeiterzahl. Wie Sie solche Kriterien systematisch gewichten, erklärt das Glossar zu Lead Scoring. Am Ende stehen drei Gruppen: sofort ansprechen, beobachten und aussortieren.
Was Sie rechtlich mit den Daten dürfen
Die rechtliche Bewertung hat zwei Ebenen: das Erheben und Speichern der Daten und die spätere Nutzung für Werbung.
Firmendaten und personenbezogene Daten. Name, Adresse und zentrale Telefonnummer einer GmbH sind keine personenbezogenen Daten. Anders bei Einzelunternehmen und Freiberuflern, deren Firmenname oft der Personenname ist, sowie bei Namen von Ansprechpartnern oder Rezensenten. Hier gilt die DSGVO. Die Verarbeitung lässt sich in vielen Fällen auf das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO stützen, wenn Sie eine Interessenabwägung dokumentieren, nur notwendige Daten speichern und die Betroffenen nach Art. 14 DSGVO über die Datenerhebung informieren.
Ansprache nach UWG. Für die Nutzung gelten die Regeln aus § 7 UWG:
- Telefon: Ein Werbeanruf bei einem Unternehmen ist nur mit zumindest mutmaßlicher Einwilligung zulässig. Dafür braucht es einen konkreten, sachlichen Bezug zwischen Ihrem Angebot und dem Geschäft des Angerufenen. Die bloße Veröffentlichung der Nummer in Google Maps genügt nicht.
- E-Mail: Werbung per E-Mail erfordert auch im B2B eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Eine gescrapte Adresse ist keine Einwilligung.
- Brief: Postalische Werbung ist grundsätzlich zulässig, solange der Empfänger nicht widersprochen hat.
Hinzu kommen die Nutzungsbedingungen von Google, die das automatisierte Auslesen einschränken. Das ist in erster Linie ein vertragliches Risiko für Sie als Nutzer. Eine ausführliche Einordnung zu DSGVO, Datenbankschutz und Nutzungsbedingungen bietet der Ratgeber Web Scraping – was ist erlaubt. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
Typische Fehler vermeiden
- Zu breite Suchbegriffe: Begriffe wie Firma oder Dienstleistung liefern viel Masse und wenig Passendes.
- Alle Zusatzoptionen aktiv: Bewertungen, Bilder und Filter treiben die Kosten pro Ort, ohne die Leadqualität zu verbessern.
- Keine Dublettenprüfung gegen das CRM: Wer Bestandskunden oder laufende Verkaufschancen erneut anspricht, wirkt unprofessionell.
- Liste ohne Qualifizierung übernehmen: Ungeprüfte Einträge verstopfen die Pipeline und kosten im Vertrieb mehr Zeit als die Recherche gespart hat.
- Kanäle nicht rechtlich prüfen: Die Liste ist schnell erstellt, eine unzulässige Ansprache kann teuer werden.
Fazit
Der Google Maps Scraper ist eines der effizientesten Werkzeuge für regionale B2B-Firmenlisten, gerade bei kleinen und mittleren Betrieben, die in klassischen Datenbanken fehlen. Entscheidend sind eine durchdachte Suchplanung, schlanke Konfiguration ohne unnötige Zusatzkosten, konsequente Bereinigung und eine Qualifizierung nach Ihrem Zielkundenprofil. Nutzen Sie die Liste für rechtssichere Kanäle und betten Sie sie in Ihre gesamte B2B-Leadgenerierung ein.
Häufige Fragen
Was ist ein Google Maps Scraper?
Ein Google Maps Scraper liest Unternehmenseinträge aus Google Maps automatisiert aus, etwa Name, Kategorie, Adresse, Telefonnummer, Website und Bewertungen. Das Ergebnis ist eine Tabelle, die sich als Grundlage für regionale B2B-Leadlisten eignet. Ein verbreitetes Werkzeug dafür ist der Google Maps Scraper auf der Plattform Apify.
Was kostet der Google Maps Scraper von Apify?
Der Actor rechnet pro gefundenem Ort ab, Zusatzfunktionen wie Filter, Kontaktanreicherung oder Bewertungen kosten extra. Im kostenlosen Apify-Tarif liegt der Preis laut Store-Seite bei einigen US-Dollar pro 1.000 Orte, in höheren Tarifen darunter (Stand Oktober 2026). Preise ändern sich, prüfen Sie deshalb vor jedem größeren Lauf den aktuellen Stand.
Wie viele Ergebnisse liefert eine Suche?
Das hängt von Suchbegriff, Ort und Dichte der Branche ab. Google Maps selbst zeigt pro Suchbereich nur eine begrenzte Zahl von Treffern an, der Scraper teilt größere Gebiete deshalb in kleinere Bereiche auf. Planen Sie pro Lauf einen Ort und mehrere passende Suchbegriffe, um die Abdeckung zu erhöhen.
Darf ich die Telefonnummern aus Google Maps für Kaltakquise nutzen?
Ein Werbeanruf bei einem Unternehmen ist nach dem UWG nur mit zumindest mutmaßlicher Einwilligung zulässig. Dafür braucht es konkrete Anhaltspunkte für ein Interesse am Angebot, die öffentliche Nummer allein reicht nicht. Werbe-E-Mails erfordern auch im B2B eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie bereinige ich die exportierten Daten?
Entfernen Sie geschlossene Betriebe, löschen Sie Dubletten zuerst über die Place-ID und dann über die Website-Domain, vereinheitlichen Sie Telefonnummern und prüfen Sie, ob die Kategorie wirklich zu Ihrem Zielkundenprofil passt. Erst danach lohnt sich die Anreicherung mit Ansprechpartnern.